Geschäftsbericht für 2024 erschienen

11.08.2025 Der Volksverein Mönchengladbach veröffentlichte den Jahresbericht für das Jahr 2024, Unter dem Motto “Verständnis“ wirbt der Volksverein um Verständnis für die Lebensrealitäten armer und arbeitsloser Menschen. Um das Verständnis für soziale Ungleichheiten und die Notwendigkeit genauer hinzusehen, zuzuhören und zu handeln.

Der erste Abschnitt beschäftigt sich mit der Situation der Arbeitslosigkeit in Mönchengladbach, die sich zum Vorjahr einmal mehr verschlechtert hat. Immer noch sind über 14.000 Menschen davon betroffen. Der Volksverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Menschen Angebote in den Bereichen “Bildung, Arbeit, Begegnung und Beratung” zu machen. Allein die Beschäftigungsangebote wurden 2024 von etwa 300 Personen genutzt. Zusätzlich nahmen 120 Personen an Beratungen teil, und etwa 2.700 Menschen nahmen an Bildungsangeboten teil.
Im Jahr 2024 wurde das Bildungsangebot des Volksvereins erheblich erweitert - unter anderem um Kreativ- und Gesundheitsangebote. Letztere waren besonders gefragt. Dazu gehörten Angebote rund um das Thema Bewegung und Stärkung der Resilienz. In der Bildungswoche, die unter dem Motto „Peilung verloren – Gesellschaft im Wandel“ stand, konnten einmal mehr Entspannungstechniken wie bewegte Meditation, Yoga oder auch Bogenschießen ausprobiert werden.
Die Arbeitsangebote fanden in den bekannten Arbeitsbereichen statt: Second-Hand-Shops, Holzwerkstatt, Fahrradprojekt, Straßenrandreinigung “Clean Up”, hauswirtschaftliche Angebote, Rapsmühle sowie Schulkioske.
Viele Begegnungen fanden statt – sowohl innerhalb des Volksvereins als auch mit Menschen außerhalb, aus allen Teilen der Gesellschaft. In der Beratung standen Themen wie Einsamkeit, finanzielle Schwierigkeiten, Umgang mit Behörden sowie Sprachförderung bei zugewanderten Menschen im Fokus.
Von den Menschen, die an den Arbeitsangeboten teilnahmen, konnten nur rund 14% erfolgreich in Arbeit vermittelt werden, ein signifikanter Rückgang. Insbesondere hat sich der Arbeitsmarkt im Jahr 2024 für Personen ohne spezifische Qualifikationen erheblich abgeschwächt. Die Bewilligung von Erwerbsunfähigkeit gestaltete sich ebenfalls zunehmend schwieriger – viele dieser Menschen gelten als “arbeitslos” und können den Rechtskreis des SGB II nicht verlassen.
Der Volksverein arbeitet in einem Netzwerk mit anderen sozialen und wirtschaftlichen Akteuren und bringt so aktiv die Themen und Bedürfnisse von Arbeitslosen in die Gesellschaft ein.
Etwa 10% der Mittel, die der Volksverein für seine Arbeit benötigt, stammen aus Geldspenden. Nach dem massiven Rückgang der Geldspenden im Vorjahr entspannte sich die Situation in 2024 geringfügig. Dennoch bleibt die Lage auf dem Spendenmarkt herausfordernd. Angesichts von bestehenden globalen Problemen, humanitären Katastrophen und weiterhin hoher Inflation, ist diese Entwicklung leider wenig überraschend.
Das gesamte wirtschaftliche Ergebnis weist die sogenannte “schwarze Null” auf. Auch in 2024 konnte der Volksverein eine Rücklage bilden, die angesichts der drastisch steigenden Personalkosten auch notwendig ist.
Der Geschäftsbericht des Volksvereins endet traditionell mit einem kurzen Ausblick und einem Dank. Der Ausblick ist geprägt von Befürchtungen über weitere Kürzungen staatlicher Leistungen, aber auch vom festen Willen, die Angebote für Arbeitslose nicht einzuschränken, sondern auszubauen. Der Dank richtet sich an alle, die diese Arbeit möglich machen – sei es als Mitarbeiterin in den Arbeitsbereichen, als Unterstützerin oder als Verantwortliche*r in der Gesellschaft.
Das traditionelle Schlusswort lautet: “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es” (Erich Kästner).
Der Geschäftsbericht kann hier eingesehen werden. In gedruckter Form liegt er in der Betriebsstätte zum mitnehmen aus.