Leitbild

Der „Volksverein Mönchengladbach“ gemeinnützige Gesellschaft gegen Arbeitslosigkeit mbH wurde aus zivilgesellschaftlichen Engagement von engagierten Christinnen und Christen der Katholischen Region Mönchengladbach im Jahre 1983 gegründet. Die Gründung basierte auf der Wahrnehmung der massiven Veränderung der Arbeitswelt und der in der ehemaligen regionalen Textilregion zunehmend wachsenden strukturellen Arbeitslosigkeit. Für die Gründer stellte dieses Engagement die Verbindung von Glauben und Leben dar.


Im Zuge der fast 30-jährigen Geschichte hat sich über ein Leistungsprofil folgendes Leitbild entwickelt:

1. Der „Volksverein Mönchengladbach“ will zu gelingendem Leben, Teilhabe an gesellschaftlichem Leben und der Arbeitswelt insbesondere für (Langzeit-) arbeitslose Frauen und Männer beitragen. Die Angebote in „Bilden – Arbeiten – Begegnen - Beraten“ dienen dazu, die Kompetenzen und Ressourcen der Menschen zu verbessern und zu fördern. Dabei ist die Vermittlung von Arbeitslosen in den Regelarbeitsmarkt eine zentrale Zielsetzung.

Der Volksverein bietet mit seinem Handeln gesellschaftlich und kirchlich engagierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern die Möglichkeit zur Solidarisierung mit ausgegrenzten Menschen in Gestalt einer Solidargemeinschaft. Diese ermöglicht Raum für die Entwicklung neuer Formen der Teilhabe am gesellschaftlichen und kirchlichen Leben.

2. Die reale Lebenssituation vieler (Langzeit-) Arbeitsloser und deren Sprachlosigkeit führen zum politischen Verständnis des Handelns, welches Lobbyarbeit im Sinne der Betroffenen erfordert. Hierzu beteiligt sich der Volksverein an verschiedenen lokalen oder überregionalen Netzwerken, um die Wirkkraft  des Engagements zu erhöhen.

3. Der Volksverein begegnet  den Lebensgeschichten und Lebensläufen der Menschen mit Respekt. An die Situation der Arbeitslosen anknüpfend bietet er Angebote zur individuellen Beratung sowie zur individuellen und fachlichen Bildung. Dies garantiert der Volksverein durch ein entsprechendes Beratungs- und Bildungsangebot.

4. Orte der Begegnung, der sozialen Vernetzung, der Gemeinschaftsbildung und der Spiritualität werden durch die Angebote zu „Bilden – Arbeiten – Begegnen -Beraten“ im Volksverein und im „Treff am Kapellchen“ (TaK) auf der Rudolfstraße  geschaffen. Die betrieblichen und die Treffpunktorte sind Lernfelder zur Erprobung von Mitwirkung, Mitgestaltung und von gelingendem Leben gegebenenfalls auch jenseits der Erwerbsarbeit.

5. Wie die persönliche Integration in Gesellschaft und Arbeitswelt der Teilnehmerinnen auf Nachhaltigkeit gerichtet ist, so müssen auch die Produkte und Dienstleistungen sich an diesem Kriterium messen lassen. Damit wird ein Prozess angeregt, der die immer wieder zu verbessernde Nutzung von Gebrauchsgütern im Second Hand Bereich ebenso im Blick hat wie den sparsamen Umgang mit Ressourcen. Die Berücksichtigung der Herkunft verwendeter Materialien und nachwachsender Rohstoffe bei der Herstellung von Holzprodukten oder beim Rapsöl bestimmt den Einkauf.

Bei der Erbringung von Dienstleistungen und der Herstellung von Produkten ist der Kunde als Partner geschätzt. Wegen der besonderen Rolle gleichzeitig stets „Lernpartner“ für die Teilnehmer/-innen an unseren Fördermaßnahmen zu sein, ist dieses besondere Verhältnis immer wieder auf den Prüfstand zu stellen.

6. Die Angebote und das Engagement finden ihren Niederschlag in einer regelmäßigen und gezielten Öffentlichkeits- und Pressearbeit, die sich an die verschiedenen Nutzergruppen (soziale Kunden und Kunden der verschiedenen wirtschaftlichen Bereiche sowie die Sach-Spenderinnen) richtet. Weiter zielt die Presse- und  Öffentlichkeitsarbeit auf Fürsprecher und Multiplikatoren in Politik, Wirtschaft, Sozialem, Kunst und Kultur gerade auch im Sinne der Lobbyarbeit.

7. Als zivilgesellschaftliche Initiative lädt  der Volksverein dazu ein, seine Arbeit im Rahmen von bürgerschaftlichem Engagement und Ehrenamt mit zu gestalten. Mit einem eigenen Konzept richtet sich der Volksverein ausdrücklich an Unternehmen als Kooperationspartner im Rahmen deren CSR-Engagements (gesellschaftliche Verantwortung  von Unternehmen).

8. Der Volksverein kann seit der Gründung seine Arbeit nur durch die finanzielle Unterstützung zahlreicher Spenderinnen und Spender leisten. Der Volksverein spricht Sie(?) als Freunde seiner Arbeit an.  Sie tragen  in Ihren vielfältigen Rollen als Privatpersonen, als Verantwortliche in Unternehmen, Kirchen, Schulen, Vereinen und Organisationen mit deren Unterstützungsbeiträgen die Idee und den Leitsatz des Volksvereins „teilen macht reich“ weiter. Sie stützen ihn und machen ihn bekannter. Sie füllen so den Slogan mit  Leben und Engagement.

9. Die vielfältige ideelle, finanzielle und politische Unterstützung der Arbeit des Volksvereins mit seinem Selbstverständnis und der Umsetzung in seinen zahlreichen Angeboten trägt dazu bei, engagierte Mitbürgerinnen aus anderen Regionen und Ländern über die Arbeit zu informieren. Darüber wird die Idee, gesellschaftliche Verantwortung durch Engagement und Spenden zu übernehmen, exportiert. Diese missionarische Dimension trägt mit dazu bei, dass an vielen Orten die biblische Hoffnung, dass die Menschen „das Leben in Fülle haben“, zunehmend Wirklichkeit wird.

 
Anmerkung: textliche Übertragung des Leistungsprofils des „Volksverein Mönchengladbach“ und der Stiftung Volksverein Mönchengladbach - abgestimmt im Rahmen des Qualitätsmanagementprozesses für die Zertifizierung im Oktober 2012, ergänzt und aktualisiert im Rahmen des Audits im November 2013

Mönchengladbach, den 06.11.2013